06.11.2011

Fänger, nicht Jäger!


Covergestaltung
Hallo liebe Leser,
ich hab ein Leseexemplar in einem öffentlichen Bücherschrank gefunden und festgestellt, dass das Buch erst am 9. September offiziell erscheint. Das war erst in etwa drei Wochen und damit hatte ich Zeit genug, in aller Ruhe „Die Dämonenjägerin 01 – Aller Anfang ist Hölle“ von Jana Oliver zu lesen. 

Buchdaten

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
• Verlag: Fischer Fjb; Auflage: 1 (9. September 2011)
• Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre

Preis: 16,95 Euro
Aller Anfang ist Hölle – Der Inhalt
Im Jahr 2018 hat Luzifer die Zahl der Dämonen in allen größeren Städten erhöht. Wenn sie nicht mit ihren Hausaufgaben beschäftigt ist, oder mit ihrer wachsenden Zuneigung zum engelsgleichen Dämonenfänger-Azubi Simon, ist Riley in Atlanta unterwegs, um geplagte Bürger vor Höllenbrut zu bewahren. Sie jagt..entschuldigung, fängt natürlich nur Dämonen ersten Grades, gemäß den strikten Regeln der Zunft. Das Leben abseits ihres Jobs ist so alltäglich, wie es nur sein kann für eine ganz normale Siebzehnjährige. Schule, anstrengende Mitschüler, Stress Zuhause. Dann dann ruiniert ein mächtiger Geo-Dämon fünften Grades Rileys Routineauftrag in einer Bibliothek und bringt ihr Leben in Gefahr. Und als ob das nicht schlimm genug wäre, trifft eine unvorhergesehene Tragödie die Fängerzunft. Nun hat Riley, die von einem Ereignis ins nächste stolpert, eine gefährlichere Zukunft vor sich, als sie sich jemals vorzustellen vermocht hat.
Persönliche Eindrücke
Der Einstieg ins Buch fällt sehr leicht. Bereits in den ersten paar Seiten nimmt die Autorin den Leser bei der Hand und führt ihn behutsam in die Geschichte ein. Schnell lernt man die Charaktere kennen und hat auch nie Probleme sich zurecht zu finden.
Ihr Schreibstil ist äußerst angenehm zu lesen und bildlich, wirkt aber niemals zu ausschweifend. Sie beschert dem Leser Kopfkino und ein volles Eintauchen in die Geschichte, was ich als sehr schön empfand. So fliegen die Seiten nur so dahin.Jana Oliver beherrscht den Aufbau eines Spannungsbogens perfekt. Das Buch dümpelt nie einfach nur so dahin, sondern arbeitet konsequent auf ein furioses Finale hin. Dabei kommen Sub-Plots nicht zu kurz. Auch wenn es hier mehrere kleine Nebengeschichten gibt, verliert man nie den Überblick.

Ausgeschrieben ist „Aller Anfang ist Hölle“ als Jugendbuch und, da ich inzwischen schon einige Jugendbücher gelesen habe, erlaube ich mir zu sagen, dass es ganz weit vorne mitspielt.

Oliver beschreibt Riley als den typischen Teenager mit all seinen Problemchen. Da geht es um die erste Liebe, den holprigen Start in einer neuen Klasse mit ihren doofen Mitschülern und dem Drang, sich nichts vorschreiben lassen zu wollen. Doch Riley ist mehr als das, denn als Dämonenfängerin hat sie noch ein ganz anderes Päckchen zu tragen. Ich empfand die Protagonistin durchweg als – vielleicht nicht übermäßig sympathisch – aber doch sehr realitätsnah. Es gab genügend Situationen, in denen man sie als älterer Mensch einfach nur grauenvoll findet, sich dann aber überlegt, dass man mit 17 wahrscheinlich ähnlich drauf war. Und die Zielgruppe wird sich wohl in vielen Szenen im Buch wieder finden, denn Riley ist wie aus dem Leben gegriffen. 

Bereits in den ersten paar Kapiteln verliert Riley ihren Vater durch den Geo-Dämon.
Fortan muss sie sich nicht nur selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern (ihre Mutter starb schon vor Jahren), sondern obendrein auch noch Totenwache am Grab ihres Vaters halten.

Im Buch tummeln sich etliche schräge „Normalitäten“, wie z.B. das Wiederbeleben von Toten und der anschließenden Verwendung als Diener. Davor möchte Riley ihren Daddy bewahren, eine Aufgabe, die sich durch das ganze Buch zieht und mich immer wieder zum Schmunzeln brachte, weil sie einfach so (vielleicht seltsam, aber) saukomisch ist.
Weniger komisch ist natürlich der Todesfall an sich und Riley hat ordentlich daran zu knabbern. Sie trauert und kämpft, dennoch ist das Buch niemals depressiv. Riley hat ein paar wertvolle Menschen an ihrer Seite, u.a. Beck, den Schüler ihres Vaters, der ebenfalls Dämonenjäger war. Die zwei führen ein fast geschwisterliches Verhältnis, da sie sich schon länger kennen, doch die Pubertät Rileys legt den beiden Steine in den Weg. Während sich Beck eigentlich nur sorgt, empfindet Riley seine Taten und Gedanken nur als störend und meint, er wolle sie kontrollieren. Mehr möchte ich wegen Spoilergefahr nicht verraten, aber nein, Riley verliebt sich nicht in ihn. Nur für den Fall, dass das einer vermuten sollte.Und als hätte sie nicht schon sowieso viel um die Ohren, ist Riley dann auch noch dabei einen Betrug aufzudecken, der alle Dämonenjäger ins Verderben zu reiten droht.

Es ist also für ordentlich Spannung und Handlung gesorgt. Mir jedenfalls hat die Lektüre unheimlich Spaß gemacht und ich habe das Buch in nur zwei Tagen durchgelesen.
Eigentlich würde ich den zweiten Band schon jetzt gerne lesen.

Fazit
„Aller Anfang ist Hölle“ verfügt über so ziemlich alles, was eine gute Geschichte ausmacht.
Interessante Handlung, ein paar gut ausgearbeitete Charaktere, schrägen Humor und ganz viel Spannung. Dazu noch ein leichtfüßiger Stil, der sowohl Erwachsene als auch die Zielgruppe Jugend ansprechen dürfte.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde die Reihe weiter verfolgen.


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